Ein Bericht von Nardy Pillard und Frank Berger
Die
12-te Computer Olympiade fand in
Amsterdam (Niederlande) statt. Wieder eine Gelegenheit
für BGBlitz und GNU-Backgammon (dieses Mal von Nardy
Pillard und Adrian Wright betreut) um den Titel zu
kämpfen. Der gleiche Kampf wie 2002, 2003 und 2006?
Nein. Diesmal gab es einen dritten Mitbewerber. MCGammon
von François van Lishout und Guillaume Chaslot (Université
de Liège, Belgium). Dies ist ein sehr junges Programm, das
nicht neuronale Netze nutzt sondern die Ideen der
Monte-Carlo Simulation auf Backgammon überträgt. Monte
Carlo Simulation basiert vereinfacht darauf Rollouts
durchzuführen und deren Ausgang als Näherung für den wahren
Wert der Position anzunehmen. Dieser Ansatz hatte in den
letzten Jahren enorme Erfolge im Bereich der
GO-Programmierung und so war es ein naheliegender Gedanke
diesen Ansatz im Bereich Backgammon anzuwenden. Das
Programm selbst ist in C++ geschrieben und spielt ca. 1000
Spiele pro Sekunde. Das Projekt wurde erst vor wenigen
Monaten gestartet und die Computer Olympiade war lediglich
ein erster Test, ob dieser Weg grundsätzlich funktioniert.
Die Implementation war relativ simpel und die Zugselektion
war ohne viel Theorie oder taktische Prinzipien so
zufällig, dass das Ergebnis der Spiele dann zu zufällig war
um ein solide Basis für eine Zugentscheidung zu liefern.
Für die Zukunft denkt François darüber nach, ein neuronales
Netz zur Zugselektion möglicher guter Kandidaten zu nutzen
und erst danach die Simulation durchzuführen.
BGBlitz spielte mit der gleichen KI wie letztes Jahr, nur einige kleine Fehler wurden korrigiert. Durch BGBlitz2go und andere Arbeiten blieb einfach nicht genug Zeit eine neue KI zu entwickeln.
GnuBG nutzte den 20070427 Windows build (0.16 devel). Im
ersten Match gegen MCGammon und BgBlitz waren die
Einstellungen "Supremo" sowohl für das Checkerplay als auch
für den Cube. Die G11 MET wurde benutzt und die
Standard-Datenbank für das Ausspielen wurde geladen.
Für das zweite Match gegen BgBlitz, nutzte Nardy die
zweiseitige 6x11 Ausspiel-Datenbank und setzte das
Checkerplay auf "Grandmaster", der Cube blieb auf
"Supremo". Nicht das Nardy kein Vertrauen zu GnuBG's Spiel
mit 2-ply oder der eingebauten Ausspiel-Datenbank hatte,
aber nach der 4-15 Niederlage im ersten Match dachte Nardy:
"Lass uns nichts unversucht lassen".
Mit dem notwendigen Glück gewann BGBlitz 15-4 und 15-11 gegen GnuBG. MCGammon hatte keinerlei Chancen und verlor all seine Matches mit 15-0. Dies war eine deftige Niederlage, aber ich halte diesen Ansatz dennoch für vielversprechend, da er gegenüber einem konventionellen Ansatz verschiedene Vorteile aufweist. Es wird sehr interessant sein, zu beobachten wie MCGammon sich in der Zukunft entwickeln wird.
Durch Nardy's sprühenden Humor hatten wir viel Spass. Nachdem die Spiele vorbei waren nahmen Nardy, Susan, Kevin Stebbing (der Autor von Cunning Fox Backgammon, der die Begegnungen beobachtete) und Frank die Gelegenheit war, an einem Backgammon-Turnier des Amsterdamer Backgammon Club teilzunehmen. Nach all dem virtuellen Kram brauchten wir einfach ein paar echte Würfel :)
Die Matches auf einen Blick:
| BGBlitz 2.2.4 | vs. | GNU-Backgammon 0.16 |
| 15 | - | 4 |
| 15 | - | 11 |
| BGBlitz 2.2.4 | vs. | MCGammon |
| 15 | - | 0 |
| 15 | - | 0 |
| GNU-Backgammon 0.16 | vs. | MCGammon |
| 15 | - | 0 |
| 15 | - | 0 |
mat-Dateien heruntergeladen oder online betrachtet werden:
Match 1 BGBlitz vs. GnuBG , Match 2 BGBlitz vs. GnuBG






